Gedanken

Mein Umgang mit dem Stress

Seit knapp einem Monat arbeite ich in einem vegetarischen Bistro. Und es ist Stress pur. Um dennoch einen kühlen Kopf zu bewahren, habe ich für mich eine Strategie entwickelt. Wie gehst du mit Stress um? Hast du eine Strategie, die du im Notfall verfolgst?

Stell dir folgendes vor:

Es hat 40 °C und du arbeitest in einem Bistro.

Die Spülmaschine verströmt eine erdrückende Wärme. Die Belüftung der Kühlgeräte funktioniert einwandfrei und bläst mir warme Luft um die Ohren. Die Hitze steigt mir in den Kopf. Die Vorbereitungen für den großen Ansturm sind in vollem Gange. Jeder weiß, was zu tun ist. Die erste Bestellung erfolgt. Ich muss abrufen, was mir beigebracht wurde. Lächeln nicht vergessen. Der Kunde bezahlt, möchte noch eine Scheibe Brot. Ich verrechne alles. Er drückt mir einen 100 Euro Schein in die Hand, um die 7,80 Euro zu bezahlen. – Jetzt bloß nicht vertippen oder falsch rausgeben. – In derselben Minute steht das Essen auf dem Tresen. Es läuft wie am Schnürchen. Schlag auf Schlag. „Mahlzeit!“ Der nächste Kunde bestellt. Er möchte einen großen Salat, einen Kuchen und „dieses Weckerl“. Ich deligiere. Ein Kollege füllt den Salat ab, schneidet das Kuchenstück zu und verstaut das Brötchen im Sackerl. „Mit Bankomatkarte, bitte.“ Ich funktioniere nur noch. Fertige brav meine To Do’s ab. „Danke. Mahlzeit!“ Wieder einer geschafft. Und so geht es 70-100 Mal innerhalb von 3 Stunden. Am Ende bin ich geschafft.

Mein neuer Job im Bistro ist toll und ich mag ihn.

Wie ich das nach meiner Schilderung behaupten kann?!

  1. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die gut funktionieren.
    Mich fasziniert z.B. die Tatsache, dass hier 6-9 Personen Hand in Hand arbeiten und so viele wundervolle Gerichte entstehen. Kunden werden zufrieden gestellt und bekommen eine liebevoll zubereitete Mahlzeit. So viele Leidenschaften vereinen sich und werden zu einer abgerundeten Komposition. Jeder einzelne Mitarbeiter ist wertvoll, damit das Team als Ganzes funktioniert. Und das tut es.
  2. Ich nehme mir bewusst Zeit für Pausen.
    Natürlich geht das nicht in der Rush-Hour. Doch vorher oder nachher gönne ich mir bewusst Verschnaufmomente, in denen ich für mich bin und aufladen kann. Diese Zeiten sind mir sehr wichtig und helfen mir im Gleichgewicht zu bleiben.
  3. Das Wochenende gestalte ich gerne konträr zu meinem beruflichen Alltag.
    Ich bin dankbar über Ruhe und Zeit für mich, Me-Time ist angesagt. Egal, ob ein neues Buch oder ein Rezept, das ich schon lange ausprobieren wollte oder die Freundin, die auf ein Stück Kuchen vorbei kommt und mit dir über Gott und die Welt plaudert. Jetzt zählen die Menschen und Dinge, die mir am Herzen liegen, mich bereichern und mit Freude erfüllen.
  4. Verändere die Reaktion auf deine Äußere Welt.
    Eine ganz liebe Kollegin meinte letztens zu mir:

    „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“ – Gandhi

    Und damit hat sie Recht. Ich kann die Tatsachen, um mich herum nicht verändern. Doch ich kann verändern, wie ich damit umgehe. Deshalb stehe ich freundlich gegenüber Reaktionen aus meinem beruflichen Umfeld. Jeder hat Mal einen schlechten Tag, das ist okay. Doch davon lasse ich mir meine gute Laune nicht verderben.

  5. Viel trinken.
    Damit dein Gehirn optimale Leistung erbringen kann, benötigt es viel Wasser. Gerade in stressigen Situationen vergessen wir schnell darauf ausreichend zu trinken. Daher erinnere dich daran zu trinken, wenn du Höchstleistungen von deinem Denkorgan verlangst. Ich stelle mir zum Beispiel immer ein volles Glas Wasser in Sichtweite und fülle es wieder, sobald ich es leer getrunken habe.

Stressreiche Phasen im Leben wird jeder von uns kennen. Deshalb ist vielleicht für den ein oder die andere ein hilfreicher Tipp dabei. Ich wünsche euch einen wundervollen stressfreien Wochenstart!

Macht es euch fein,

Alles Liebe

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